Bandinfo schreiben: Tipps zu Pressetexten für Künstler und Bands

Die eigene Musik in Worte zu fassen ist schwierig – aber wichtig, wenn ihr die nächsten Ziele als Künstler anstrebt! Wir haben schon viele gute und schlechte Exemplare gelesen. Hier einige Tipps zum Verfassen einer aussagekräftigen Bandbio.

von Chris Kling

Bandbio schreiben Tipps
Die eigene Musik in Worte zu fassen ist schwierig – aber wichtig für eure nächsten Ziele als Künstler! Wir haben schon viele gute und schlechte Exemplare gelesen. Tipps zum Verfassen einer aussagekräftigen Bandbio.

Warum braucht man eine Bandbio?

Die Bandinfo (oder auch Artist Bio oder Bandbio genannt) ist ein kurzer Text über euch als Band oder Künstler, der fester Bestandteil jedes Promo-Pakets sein sollte, welches ihr an potentiell interessierte Vertreter der Musik- Medienbranche versendet und einen treffenden Eindruck von euch, eurem Schaffen und eurem bisherigen Weg vermittelt. Auch über euer Promo-Paket oder EPK hinaus gibt es viele andere Orte, an denen dieser Text eingefügt werden kann, sei es die eigene Website oder die Spotify Artist Page (hier mehr Infos dazu).

Die Erfahrung zeigt außerdem, dass viele Musik-Blogger, Redakteure und Veranstalter eure Bandinfo auszugsweise oder im Ganzen publizieren. Behaltet das beim Verfassen des Textes unbedingt im Hinterkopf! Das klingt erstmal blöd irgendwie, jedoch könnt ihr das aber gut für euch verwenden – denn immerhin könnt ihr so steuern, wer was über euch liest. Im Konkreten sollte das heißen: Keine falsche Bescheidenheit! Es ist schwierig über sich selbst zu schreiben, aber traut euch: Erwähnt eure Erfolge ruhig mit schönen Formulierungen und tragt sie nach außen. Hier bescheiden zu bleiben wäre kontraproduktiv.

 

Wie lang muss die Bandinfo sein?

Zeit und Aufmerksamkeit sind knappe Ressourcen wenn ihr jemand von euch überzeugen wollt. Beschränkt also eure Bandinfo auf ca. 200-300 Wörter. (Das deckt sich auch ungefähr mit den 1500 Zeichen, die übrigens die maximal zugelassene Länge der Bio auf eurer Spotify for Artists-Seite ist) Das klingt echt wenig? Kleiner Tipp: Schreibt erst einmal alles auf was euch einfällt und überlegt dann mit Hilfe von Bandmitgliedern oder Freunden, welche Passagen man streichen, kürzen oder bündiger formulieren kann!

 

Was muss in einer Artist Info drinstehen?

Die meisten guten und treffenden Bandinfos beinhalten inhaltlich folgende Elemente: Wer seid ihr? Wie klingt ihr? Was habt ihr erreicht / Was steht an? Gibt es Pressezitate?

Es gibt kein Regelwerk dazu, wie ihr das Ganze nun zu einem stimmigen Text zusammenfasst, jedoch haben wir aus den Erfahrungen der gefühlt tausenden gelesenen Bandinfos im Folgenden mal einen offenen Strukturvorschlag zusammengefasst und geben dazu jeweils ein paar Beispiele.

 

1. Einleitung

Setzt die Aufmerksamkeit des Lesers nicht voraus! Macht ihn gleich zu Beginn neugierig und werft ihm etwas hin, was ihn dazu verleitet weiterzulesen. Jeder springt auf einen stimmungsvoller, emotionaler Satz oder eine spannende Geschichte besser an, als auf nüchterne Hard-Facts. Der Einstieg muss gar nicht unbedingt irgendeine besondere sachliche Aussage transportieren -hauptsache es kommt etwas davon rüber, was ihr auch mit eurer Musik ausdrücken wollt.

 

Beispiel dann wohl Sophie
Inmitten der banalen Dinge des Alltags leuchten Ideen, Blicke und Begegnungen auf und schweben zwischen Erinnerung und Sehnsucht. „dann wohl sophie“ erzählen uns davon.“

               
Beispiel Electric Horseman
“From the sunny hills of California they take their listeners to a trip through the desert, all the way down to the breezy south coast of England. The crazy diamond invites you to take off towards the moon. Where the heart of West Coast Rock beats, the Psychedelic Rock of Britain pumps through the veins.”

 

2. Wer seid ihr?

Fasst kurz und knapp etwas Künstler-/Bandbiographisches über euch zusammen. Anregungen für Fragen, die ihr in diesem Abschnitt beantworten könnt sind: Wo ist eure Homebase? Wieviele Leute seid ihr und wo kommt ihr her? Gibt es etwas Besonderes darüber zu sagen, wie ihr angefangen habt? Habt ihr vorher in anderen (bekannten) Bands gespielt?

 

Beispiel Electric Horseman
“Starting out as an acoustic duo, the four guys from Darmstadt perform their songs electrically in a full band context since 2016. Despite the higher volume, they have not discarded the acoustic guitar and it stays an vital element of the Psychedelic Folk Rock by Electric Horseman.”

Beispiel dann wohl Sophie
„In dieser Spannung bewegen sich die fünf Köpfe aus Darmstadt und das ist auch okay so: Im Dickicht zwischen drohenden Gitarren, flächigen Synthies und einem geerdeten Bassfundament machen sie sich dran, Meister Melancholie zu überlisten und streben ferner an die Weltherrschaft zu erlangen.“

 

3. Wie klingt ihr?

Klar, wissen wir, über Musik zu reden ist so wie über Architektur zu tanzen. Aber dennoch: Probierts! Vielleicht habt ihr einen Genre-Begriff, der am ehesten auf euch zutrifft – und auch der Vergleich zu anderen Künstler hilft Veranstaltern oft dabei, euch einzuordnen. Idealerweise findet ihr emotionale Worte für die Musik die ihr macht. Vermeidet Superlative, sondern beschreibt, wie  ihr es wahrnehmt, vielleicht findet ihr schlagkräftige Bilder und Metaphern für das was ihr erschafft. Hier ein paar Beispiele als Inspiration:

 

Beispiel Electric Horseman
“Electric Horseman brings the vibes of the 60s and 70s back into the present, breaking genre-typical boundaries of vintage rock. They fuse the elements of their forefathers into catchy songs with a distinctive sound. Gritty, bluesy parts – like a ride through the dusty desert – melt down into spherically hovering soundscapes. Driving and stirring grooves take turns with deep, balladic moments. The two singers open a broad, atmospheric sound spectrum, which is varied and yet concise due to contrasting tone colours.”

Beispiel dann wohl Sophie
„Was an Traurigkeit durch die Texte von Frontmann Benni Graf weht, wird von den Drums erst einmal niedergetrommelt bis auch das letzte Hipsterherz aus Stein sich bewegt. Im Streitgespräch mit Meister Melancholie wird es eben manchmal laut.

 In dieser Spannung bewegen sich die fünf Köpfe aus Darmstadt und das ist auch okay so: Im Dickicht zwischen drohenden Gitarren, flächigen Synthies und einem geerdeten Bassfundament machen sie sich dran, Meister Melancholie zu überlisten und streben ferner an die Weltherrschaft zu erlangen.“

 

4. Facts: Was steht an? / Was habt ihr erreicht?

Ihr habt eine Support-Show für einen bekannten Künstler gespielt? Euer EP-Release steht an?  Ihr habt letztes Jahr unheimlich viele Konzerte gezockt? All sowas ganz ans Ende in kurzen und knappen Sätzen packen. Sagt, was ihr erreicht habt – und welche großen Ziele momentan vor euch liegen!

 

Beispiel dann wohl Sophie
„Dabei sieht es gar nicht schlecht für die fünf aus: Nachdem sie im letzten Jahr bereits alle Clubs in ihrem regionalen Sichtfeld abgegrast haben und begeistern konnten, folgen die nächsten Schritte: Anfang 2018 erscheint die erste Single „Einer von Euch“, gepaart mit Auftritten im gesamten Bundesgebiet.“

Beispiel Electric Horseman
“With the release of Arrival (EP), in spring 2018, they set out to make their mark and invite their listeners to dive into their cosmos.”

 

5. Pressezitate

Ein Magazin, Blog oder eine Zeitung hat etwas Nettes über euch geschrieben? Packt’s auf jedem Fall als kurzes Zitat über oder unter die Bandinfo dazu! Sucht euch den besten Satz oder die Beste und prägnanteste Stelle raus – hier etwas zu kürzen (auch gerne mit Auslassungszeichen […]) ist völlig legitim.

 

 

Beispiele

Damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie so eine Bandinfo komplett aussieht, haben wir hier nochmal die zitierten Texte in voller Fassung für euch aufgeführt. Viel Spaß euch beim Texten!

dann wohl Sophie
(Indie / Deutsch)

Inmitten der banalen Dinge des Alltags leuchten Ideen, Blicke und Begegnungen auf und schweben zwischen Erinnerung und Sehnsucht. „dann wohl sophie“ erzählen uns davon. Was an Traurigkeit durch die Texte von Frontmann Benni Graf weht, wird von den Drums erst einmal niedergetrommelt bis auch das letzte Hipsterherz aus Stein sich bewegt. Im Streitgespräch mit Meister Melancholie wird es eben manchmal laut.

In dieser Spannung bewegen sich die fünf Köpfe aus Darmstadt und das ist auch okay so: Im Dickicht zwischen drohenden Gitarren, flächigen Synthies und einem geerdeten Bassfundament machen sie sich dran, Meister Melancholie zu überlisten und streben ferner an die Weltherrschaft zu erlangen.

Dabei sieht es gar nicht schlecht für die fünf aus: Nachdem sie im letzten Jahr bereits alle Clubs in ihrem regionalen Sichtfeld abgegrast haben und begeistern konnten, folgen die nächsten Schritte: Anfang 2018 erscheint die erste Single „Einer von Euch“, gepaart mit Auftritten im gesamten Bundesgebiet.

Besetzung:

Benni Graf – Gesang, Gitarre
Nicolas Damm – Gitarre
Michael Caspar – Schlagzeug
Michi Marquardt – Tasten
Andreas Antonik – Bass

  

Electric Horseman
(Psychedelic Folk Rock)
 

From the sunny hills of California they take their listeners to a trip through the desert, all the way down to the breezy south coast of England. The crazy diamond invites you to take off towards the moon. Where the heart of West Coast Rock beats, the Psychedelic Rock of Britain pumps through the veins.

Electric Horseman brings the vibes of the 60s and 70s back into the present, breaking genre-typical boundaries of vintage rock. They fuse the elements of their forefathers into catchy songs with a distinctive sound.

Gritty, bluesy parts – like a ride through the dusty desert – melt down into spherically hovering soundscapes. Driving and stirring grooves take turns with deep, balladic moments. The two singers open a broad, atmospheric sound spectrum, which is varied and yet concise due to contrasting tone colours.

Starting out as an acoustic duo, the four guys from Darmstadt perform their songs electrically in a full band context since 2016. Despite the higher volume, they have not discarded the acoustic guitar and it stays an vital element of the Psychedelic Folk Rock by Electric Horseman.

With the release of Arrival (EP), in spring 2018, they set out to make their mark and invite their listeners to dive into their cosmos.

 


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