5 Profi-Tipps zum Kabel löten (XLR oder Klinke)

Chris Kling

Kabel löten mag von Anfang an nicht jedermanns Sache sein, kann man aber mit der Vielzahl an DIY-Tutorials leicht lernen – ob XLR- oder Gitarren/Klinkenkabel Ein paar Tricks und Kniffe, die uns oft die Arbeit dabei erleichtern, wollen wir hier gerne mit euch teilen – denn je besser die Kabel gefertigt sind, desto zuverlässiger halten sie auch der strapaziösesten Recording-Situation stand!

1. Gut verzinnt ist halb gelötet!

Nacktes Kabel in den Kelch stecken kann man zwar auch, besser rutscht’s mit etwas Zinn! Das Prinzip kennt man: Erstmal Litze verzinnen und steif machen bevor man es in den Kelch steckt. Passt besser und rutscht nicht wieder raus. Nebenbei erhält man eine festere Lötstelle, die nicht „kalt“ ist und besser die Signale leitet. Und wenn man sowie so schon dabei ist, gleich noch ein bisschen Zinn in den Kelch packen. Viel hilft viel. Isso!

2. Beim Mantel: Cuttermesser statt Abisolierzange!

Abisolierzangen können oft helfen, ansonsten aber auch gut nerven: Da die meisten Abisolierzangen für dicke Ummantelungen aus Gummi nicht zufriedenstellend arbeiten (verletzen oft die innen liegenden Litzen und die Schirmung), verwendet einfach ein Cuttermesser! Das Ende des Kabels wird dazu in einem engen Radius gebogen und an dem Scheitelpunkt der Biegung bei ca. 2 cm vom Ende des Kabels mit dem Cuttermesser angeritzt. Durch das Biegen des Kabels reißt der Schnitt langsam auf und man kann das innere des Kabels sehen (die Schirmung), jetzt biegt man das Kabel in die entgegengesetzte Richtung und wiederholt den Vorgang. Danach kann man mit etwas Kraft die Mantelung abziehen. Feddich!

3. Schirmung verkürzt – Zug entlastet.

Bei der Schirmung (Masse) empfiehlt es sich das bereits verzinnte Ende so weit zu kürzen, dass noch ca. 1-3mm über den Rand der Lötwanne herausstehen. Diese Verkürzung bewirkt, dass beim Versagen der eigentlichen Zugentlastung die Zugkraft nicht auf einer der feinen Litzen liegt, die dadurch leicht abreißen können, sondern auf der viel dickeren Schirmung (Masse), die einer deutlich höheren Zugkraft standhalten kann und somit im Ernstfall das abreißen des Signals verhindert.

4. Hallo…? Telefonzange!

Unter Zuhilfenahme der Telefonzange kann man die einzelnen verzinnten Litzenenden in das vorher verflüssigte Lötzinn in der Lötwanne tauchen und läuft nicht Gefahr sich zu verbrennen. Geht zwar auch mit anderen Zangen, aber probiert’s mal aus: Ist durch die Biegung einfach viel bequemer!

5. Der richtige Lötzinn (Lot)… sonst macht das Leben keinen Zinn!

So seid gewarnt: Lötzinn ist nicht gleich Lötzinn! Da gibt’s endlos viel Auswahl. Kurze Antwort: Empfehlenswert für XLR- oder Klinkengabel finden wir Lötzinn namens Sn60Pb40, Sn62Pb36Ag2 oder Sn63Pb37.

Lange Antwort: Seit 2006 ist in vielen Bereichen bleihaltiges Lötzinn verboten, im Hobby-Bereich hingegen ist es weiterhin erlaubt und erleichtert das Löten immens, nebenbei stellt es einen wichtigen Bestandteil eines für diesen Zweck gut geeigneten Lots dar. (Blei – Formelzeichen „Pb“) Ein zweiter wichtiger Bestandteil ist Zinn. (Formelzeichen „Sn“) Gängiges Lot für Elektroanwendungen hat daher zum Beispiel die Bezeichnung „Sn60Pb40“ was bedeutet, dass es aus 60% Zinn und 40% Blei besteht. Es wird bei 191°C flüssig und bei 183°C wieder fest.

Wenn ihr es noch etwas leichter beim Löten haben wollt, dann greift ihr zu „eutektischem“ Lot. „eutektisch“ bedeutet, dass das Lot beim Erreichen einer bestimmten Temperatur flüssig wird und beim Unterschreiten der selben Temperatur wieder fest. So zum Beispiel „Sn62Pb36Ag2“ (eutektische Temp. 179°C). Ein weiterer Vorteil ist hier, dass 2% Silber („Ag“) enthalten sind, was die Leitfähigkeit steigert und dem bessere klangliche Eigenschaften nachgesagt werden. (Nachteil: teurer) Die Verwendung von eutektischem Lot ermöglicht es bei ca. 2°C über der angegebenen eutektischen Temperatur zu löten und somit bei sehr kurzen Schmelz- und Aushärtungszeiten materialschonend zu arbeiten. Anderes eutektisches Lot ist „Sn63Pb37“ (eutektische Temp. 183°C)

Auch wichtig: Flussmittel, welches im Lötzinn enthalten ist. Solltet ihr Lötzinn verwenden, der ohne Flussmittel daherkommt, ist es ratsam dieses separat zu kaufen und dann einfach das Litzenende vor dem verzinnen kurz hinein zu tauchen.

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